27.09.2018

Wir stehen heute früher auf als normal. Grund ist die geplante Wanderung, die uns bei Tagestemperaturen schon ein bisschen fordern könnte. Ausserdem haben wir wieder ein paar Km vor uns.

Morgenessen serviert uns Annie’s Place – ein so ziemlich authentischer Imbiss: Man wird mit Honey angesprochen und die lokale Forstwirtschaft-Szene trifft sich zum Frühstück (nicht im Bild).

Über die 299 geht es zurück auf die 89 die uns südwärts zur 44 bringt. Auf dieser biegen wir nach 11 Meilen auf eine Forest Rt ein. Etwas Gerüttel und viel Staub später sind wir am Butte Lake und damit am Trailhead für den Cinder Cone, der im Lassen Volcanic NP liegt.

Beim Aussteigen und Packen / Umziehen bemerkt Tina neugierige Blicke.

Nachdem das Wild den Weg frei gibt bewegen wir uns nach Süden. Da wir weit und breit die einzigen Menschen zu sein scheinen, machen wir unterwegs immer wieder etwas Lärm. Wer Rotwild aus dieser Nähe sieht, könnte ev. auch andere Tiere antreffen.

Der Weg steigt über mehrere Km leicht an, bis man am Fuss des Cinder Cone ankommt.

Hier hat man die Wahl, ob man den auf den Bildern ersichtlichen Weg nach oben gehen will, oder doch rechts am Cone vorbei und dann von hinten hoch.

Wir stehen da und diskutieren, als wir auf ein Mal ein Geräusch hören. Ein Fellknäuel von knapp einem Meter länge huscht von einem Busch ca. 20 Meter vor uns in Richtung Wald.

Ich stelle sofort fest, dass dies ein Dachs oder Waschbär gewesen sein muss. Bei der weiteren Entscheidungsfindung blickt Tina immer wieder in Richtung Wald, wo sie eine Verwandte des Fellknäuels entdeckt – Mama Schwarzbär!

Uns durchfährt plötzlich ein erhöhter Puls. Positiv daran ist, dass wir erstens wissen, dass es in Kaliforniern lediglich Schwarzbären und keine Grizzlies gibt und zweitens, dass wir uns spontan für den vor uns liegenden Weg nach oben entscheiden.

Im Rückwärtsgang gehen wir die ersten Meter auf dem immer steiler werdenden Trail. Die Bärenfamilie hat sich in Gegenrichtung verabschiedet und so kehrt fast Wander-Alltag ein.

Die Strecke ist ziemlich mühsam. Zwei Schritte vor, einen Rutscht man zurück.

Oben angekommen merkt man schnell, dass sich die Plackerei doch rentiert hat.

Von hier oben kann man die Form des Cones nur manchmal erahnen. Von unten hat man keine Vorstellung, dass sich da oben eine solche Fläche mit einem ziemlich beeindruckenden Krater befinden könnte.

Wir geniessen die Aussicht eine ganze Weile und sind allein auf dem Hügel. Der Abstieg gestaltet sich dann wesentlich einfacher. Aus Rücksicht auf das Wildlife wählen wir den gleichen Weg runter.

Hier kommen uns die ersten Menschen entgegen. Wahrscheinlich waren auch wir so ausser Puste wie sie…

Auf dem Waldweg treffen wir ein paar, dass uns Bärensichtungen beim Parkplatz meldet. Also machen wir uns auf der restlichen Strecke wieder lautstark bemerkbar.

Ohne weitere Störung durch einen Meister Petz erreichen wir selbiges und sind zufrieden mit unserer Vormittagsleistung.

Über die Gravelroad sowie die 44 erreichen wir den Hauptteil des Lassen Volcanic NP. Im Vistitor Center melden wir regelkonform die Bärensichtung.

Entlang der Park-Road ergeben sich viele malerische Ausblicke.

Beim Trailhead zu Bumpass Hell vergewissern wir uns, dass diese immer noch geschlossen ist. Also weiter…

Bei den Sulphur Works halten wir an und spazieren im Faule-Eier-Gestank zum Ort des Geschehens.

Das war’s für uns vom Lassen Volcanic NP. Natürlich könnte man auf den Lassen Peak steigen – was ziemlich viele Leute auch heute machen – aber das ist nicht unser Ding.

Auf der weiteren Route fahren wir durch so wichtige Orte wie Chester, Quincy oder Sattley bis wir schliesslich den Lake Tahoe erreichen.

Etwas ungewohnt für uns gleicht der Verkehr hier fast einem Stau. Aber der See ist ja nur ein Zwischenziel und wir müssen uns etwas an Menschenmassen akklimatisieren.

Auch in South Lake Tahoe ist heute Stau angesagt und so erreichen wir unser Hotel Azure Tahoe während der Dämmerung.

Obwohl wir in einer sehr touristischen Stadt sind, wo die kulinarischen Möglichkeiten faszinierend wären, können wir uns nicht zu mehr als 200 Meter Fussweg aufraffen. MacDuffs Pub wird es schon richten.

Pro Guinness sind 9$ fällig – ansonsten ist es in Ordnung.

Gute Nacht!

Gefahrene Km: 466

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